M’era Luna 2015

Nachdem ich letztes Jahr eine Festival-Pause gemacht habe, bin ich dieses Jahr wieder auf das M’era Luna, ein Gothic-Festival in Hildesheim, gefahren.

Die Reise begann für mich bereits am Donnerstag, einen Tag vorm Einlass. Komplett überladen machte ich mich auf den Weg nach Dortmund, um bei Siliel eine Nacht zu verbringen. Die Tour war aufgrund des vielen Gepäcks die Hölle.


Ja, ich hab das alles getragen bekommen. Nein, ich weiß auch nicht, wie.

Leider verlief die Reise nicht so richtig reibungslos. Ab zehn Minuten vor meinem Ziel musste ich zu einem Schienenersatzverkehr wechseln. Es fuhren dafür zwei Busse. Was ich leider beim Einsteigen übersah, war der Fakt, dass nur einer der beiden die Zwischenhalte ansteuerte, während der, in dem ich saß, zum Hauptbahnhof, den ich bewusst umfahren hatte, durchfuhr. Diese Verwechslung kostete mich alles in allem über eine Stunde. Statt etwa fünf war ich deshalb sogar über sechs Stunden unterwegs.

Aber immerhin: Am Ende bin ich heil angekommen. Erster Schritt nach der Ankunft war dann aber literweise Wasser zu trinken. Bereits eine Stunde nach Aufbruch war meine Wasserflasche leer geworden, da das Schleppen ziemlich durstig gemacht hatte. Den Rest des Abends durfte ich dann aber glücklicherweise zum Entspannen nutzen.

Am nächsten Morgen musste Siliel dann relativ früh aufstehen, um an der Uni, an der er ab kommendem Semester studieren wird, Unterlagen abzugeben. Ich nutze die Zeit, um noch einmal zu duschen, denn mir war klar, dass ich auf dem Festival nicht duschen würde. Auch wenn ich mittlerweile gehört habe, dass die Festivalduschen keine Gruppenduschen sind, sind sie mir doch suspekt. Und bei einem kurzen Wochenende wie dem M’era kann ich mir es auch mal erlauben, nur vorher und nachher zu duschen. Früher habe ich auch eine Woche Wacken Open Air ohne duschen überstanden. (Mittlerweile ist meine Reinlichkeit dann doch größer, aber für die paar Tage war es jetzt okay.)

Im Anschluss gab es dann noch eine kleine Mahlzeit, bevor wir von Ai mit dem Auto abgeholt wurden. Noch einmal Kofferraum-Tetris gespielt, damit alles Gepäck ordentlich verstaut war, aber Ai trotzdem gut gucken konnte und los ging die Reise gen Hildesheim. Ai hatte mich im Voraus gefragt, ob ich notfalls zwischendurch mal das Steuer übernehmen könne, da es noch nicht allzu lange im Besitz des Führerscheins ist, fühlte sich dann aber doch sicher genug, dass es die ganze Strecke fuhr.


Meine kleine Flauschi (links) und Siliels Eicca (rechts) genossen die Aussicht.

Nach einem Zwischenstopp auf einem Rastplatz, um noch mal eine Kleinigkeit zu essen, kamen wir am frühen Abend auf dem Parkplatz des M’era Lunas an. Auf der Fahrt ergab sich, dass Kate und DFYX für uns in ihrem Camp noch Platz hatten. Die beiden holten uns dann auch mit einem Gepäckwagen am Eingang des Campinggeländes ab und halfen mit, unser Gepäck zum Camp zu bringen. Schnell bauten wir dort unsere Zelte auf, entschieden dann aber, dass nach diesem Schleppen erst einmal eine Pause und eine richtige Mahlzeit nötig war. Immerhin hatten wir den Tag Temperaturen von weit über 30°C. Wir schlossen uns daher unseren Campmitgliedern nicht an, als diese zu den Lesungen von unter anderem Markus Heitz gingen. Ich hätte die Lesung zwar gern gesehen, hätte es sich ergeben, aber in dem Moment war ich über etwas Entspannung ganz froh.

Später am Abend, als das Camp wieder vollzählig war, gab es ein zweites Abendessen, zu dem Ai, Siliel und ich dann auch eingeladen wurden. Es gab Bratkartoffeln und gegrilltes Steak. Ich habe noch nie auf einem Festival etwas so gutes gegessen und sowieso noch nie so gutes Steak – eigentlich mag ich Steak gar nicht! Aber ein Mitglied unseres Camps hatte eine für Campingverhältnisse echt schon professionelle Küche dabei – nicht nur Dutzende Gewürze, Saucen und derlei mehr, nein, auch einen großen Gaskocher und Gasgrill. Normalerweise bin ich schlichte, kleine Gaskocher und Dosenfutter gewohnt.


Wir ließen den Abend mit Seifenblasen ausklingen.

Leider gingen mir meine Schuhe bereits beim Schleppen des Gepäcks kaputt – am nächsten Morgen brachen aber glücklicherweise Kate und DFYX zum Outdoor-Laden nahe des Hildesheimer Hauptbahnhofs auf. Ich gab DFYX etwas Geld mit, um dort nach Stiefeln für mich zu schauen. Er hatte glücklicherweise Erfolg und ich bin jetzt um ein paar Stiefel reicher. Zwar hatte ich fast exakt die gleichen Stiefel hier zu Hause stehen gehabt (weiß der Teufel, warum ich die nicht eingepackt habe >.>), aber gut. Wenn die alten dann mal kaputt gehen, hab ich zumindest schon Ersatz.

Bewaffnet mit neuem Schuhwerk ging es dann erst einmal Frühstück an einem der Frühstückszelte kaufen. Die haben da ein eeecht gutes Rührei und auch die anderen Produkte sind voll in Ordnung. Preislich natürlich übliches Festivalniveau, aber das hatte ich eingeplant. Bevor wir (wieder Ai, Siliel und ich, außerdem Flauschi. Ja, die musste mit :D) uns dann auf machten, die ersten Bands zu sehen, bekam ich noch Besuch von einem guten Kumpel, den ich seit Monaten nicht gesehen hatte. Dann ging es aber endlich auf das Festivalgelände, um Lord of the Lost und Deathstars zu sehen.

Wir fanden relativ weit vorne Platz, leider standen aber ein paar große Menschen vor Ai, welches selbst nicht allzu hoch gewachsen ist. Trotzdem war das Lord of the Lost Konzert super! Tatsächlich höre ich die Band noch nicht allzu lange, aber das Konzert überzeugte mich davon, sie mehr zu hören. Für Deathstars suchten wir uns dann doch einen Platz etwas weiter von der Bühne entfernt, in der Hoffnung, dass dort das Publikum etwas lockerer stehen und Ai deshalb insgesamt mehr sehen würde. Ich selbst *sah* von dem Konzert tatsächlich eher weniger, ich war mit Tanzen beschäftigt 😀

Nach diesen Konzerten stand für uns bis zum letzten Act des Tages nichts mehr an, weshalb wir uns auf machten, die Marktstände unsicher zu machen. Ich bin mir nicht mehr sicher, wann wir welche Dinge kauften, aber ich weiß, dass im Laufe des Festivals Ai und Siliel beide Kleidung kauften, Siliel sich außerdem mit CDs und Ohrsteckern eindeckte und ich mir eine Taschenuhr gönnte.


Eine wunderhübsche Taschenuhr. Und sie gehört jetzt mir :3

Wir wollten dann eigentlich noch über den Mittelaltermarkt schlendern, entschieden uns aber dazu, nach dem Knoblauchbrot, welches wir dort aßen, doch erst einmal ins Camp zurück zu kehren. Auch dieser Tag war ziemlich warm und ich brauchte dringend was zu trinken, sah aber nicht ein, die Festivalpreise dafür zu bezahlen, wenn wir doch ausreichend Wasser im Camp hatten.

Am Abend wurden wir dann wieder bekocht. Es gab Nudeln mit Tomatensauce, letztere sogar mit Rotwein gekocht. Wie gesagt, ich hab nie zuvor auf einem Festival so gut gegessen.

Rechtzeitig vor ASP gingen wir zu dritt noch einmal auf den Markt, ich glaube, hier müsste sich Siliel dann sein neues Hemd und eine neue Hose gekauft haben. Ai ging dann noch einmal ins Camp zurück, um sein Schuhwerk zu wechseln, und stieß wieder zu Siliel und mir, als das ASP-Konzert bereits lief. Wir standen ziemlich weit hinten, was mir aber die Gelegenheit gab, etwas zu tun, dass ich bisher nie auf einem Konzert meiner Lieblingsband tun konnte: Ich tanzte mir die Seele aus dem Leib. Ernsthaft. Ich war am Ende fix und fertig und habe mindestens auf die Umstehenden so gewirkt, als ob ich mich in Trance getanzt hätte. Vielleicht habe ich das sogar ein Stück weit. Es war jedenfalls eines der besten ASP-Konzerte, die ich je erlebt habe, eben wegen des großen Abstandes zur Bühne und der Möglichkeit zu tanzen.


Flauschi auf Erkundungstour.

Der nächste Tag begann für mich mit Schlafmangel – Siliel und ich hatten uns nachts ziemlich festgequatscht. Ich entschied daher, die Lesung von Kai Meyer zusammen mit Asp (dem Frontsänger von ASP) doch nicht zu besuchen. Ich hab mittlerweile gehört, dass die verdammt gut gewesen sein soll, aber gut, Pech gehabt. So konnte ich mir mit Wach werden Zeit lassen, denn mein nächster Programmpunkt war erst am frühen Nachmittag: Tanzwut, gefolgt von Joachim Witt – letzterer ist mit dem goldenen Reiter auch außerhalb von Gothic-Kreisen in der Neuen Deutschen Welle ziemlich bekannt geworden. Beide Konzerte besuchte ich allein. Für mich waren aber beide unglaublich toll, auch wenn ich mir hier einen ziemlichen Sonnenbrand einfing.

Ich ging noch einmal ins Camp zurück, um dort zu Abend zu Essen. Zum ersten (und einzigem) Mal auf diesem M’era Luna musste ich jetzt selbst kochen, weil bis auf Ai, Siliel und ich alle schon am Packen waren. Wir waren die einzigen, die noch eine Nacht hier campen wollten, der Rest unseres Camps wollte noch in dieser Nacht nach Nightwish, dem Headliner, abreisen. Schnell machte ich mir eine Dose Ravioli – der Festivalklassiker schlechthin! – warm, dann ging es auch schon direkt weiter mit Mono Inc. Ai und Siliel schlossen sich mir an, um sich aufs Festivalgelände zu begeben, sahen sich Mono Inc. aber nicht an, sondern gingen noch einmal über den Markt.

Mono Inc. überzeugten wie immer mit ihrer sympathischen Art, ins Besondere blieb aber das Drum-Solo hängen, bei dem nach und nach die ganze Band auf irgendwelchen Drums rum trommelte, nicht nur die Drummerin. Die Einstürzenden Neubauten, ein Urgestein der deutschen Gothic-Szene, spielten als nächstes. Auch diese genoss ich allein. Die Band schaffte es, wie erwartet, mich mit ihrer Musik schon wieder fast in Trance zu versetzen. Sie machen eine sehr, sehr eigene Musik, die ziemlich experimentell ist. Schwer zu beschreiben. Aber das Konzert würde ich zu meinen persönlichen Highlights des Festivals zählen.

Im Anschluss begab ich mich dann zum mit Ai und Siliel ausgemachten Treffpunkt, um mit ihnen von dort aus Nightwish, die letzte Band des Festivals, zu genießen. Wieder standen wir auf Empfehlung von Siliel recht weit hinten, um die Light- und Feuershow als ganzes betrachten und genießen zu können – wozu wir dann aber kaum kamen, denn wir wurden von einer Maus abgelenkt. Vielleicht zwei bis drei Meter vor uns huschte eine Maus auf dem Boden herum, die immer wieder in einem Loch verschwand, wenn ein Fuß ihr zu nah kam. Rund ein Dutzend schwarz gekleidete, auch-so-böse Gothics waren von der Maus viel gebannter als vom Konzert und versuchten immer wieder, die Maus aus ihrem Loch zu locken. Ja, ja, wir Gothics sind schon echt schlimme, grausame Menschen. Nicht 😀

Eine letzte Nacht verbrachten wir noch auf dem M’era Luna Campground, bevor wir am nächsten Tag unsere Zelte einpackten. Das heißt… zwei packten wir ein. Das dritte… nun. Es blieb dort.



RIP Zelt. (oben links ich, oben rechts Siliel)

Das Zelt hatte in der ersten Nacht nicht ganz dicht gehalten und das nicht zum ersten Mal. Da es auch schon über zehn Jahre auf dem Buckel hat und zwischendurch auch mit Schimmel zu kämpfen hatte, entschied ich mich, mir auf dem Rückweg zumindest etwas Gepäck zu sparen und das in den Müll zu geben. Wir hatten ziemlich Spaß dran, das Zelt vorher noch etwas zu zerstören, wie eins auf den Bildern gut sieht 😀

Eine Dusche später fiel die Entscheidung, dass ich noch eine Nacht bei Siliels Familie verbringen könnte, was ich gern nutzte. Am nächsten Tag ging es dann für mich nach Hause. Diesmal Komplikationsfrei, selbst der Schienenersatzverkehr war nicht mehr nötig, so das ich die übliche Strecke fahren konnte. Wieder einmal bewahrheitete sich mein alter Aberglaube: Jedes Mal, wenn ich verreise, geht genau eine Strecke schief – diesmal die Hinfahrt zu Siliel, weshalb die Fahrten hin und weg vom M’era und von Siliel nach Hause reibungsfrei klappen mussten 😀

Alina

P.S.: Eine Anekdote noch: Ich bin auf dem M’era Luna ins Gesamt sieben mal auf mein Ohnezahn-Shirt, welches auf dem vorletzten Bild zu sehen ist, angesprochen worden. Ein achtes Mal wurde ich wegen des Fotos auf das Shirt angesprochen, bevor ich dieses P.S. schrieb 😀

Zu Hause und auf dem M’era Luna – Teil Zwei des Urlaubs

Endlich, endlich komme ich wieder zum Bloggen! Leider schrieb ich letzten Donnerstag die möglicherweise schwerste Klausur meines Studiums und brauchte die Wochen dafür dringend zum (hoffentlich erfolgreichem) lernen. Mal schauen, ob ich jetzt wieder mehr zum bloggen komme.

Den letzten richtigen Beitrag hab ich mit dem Ende des BMTs beendet, genau dort will ich nun wieder einsetzen.

Nach dem BMT sind Sabbi und ich nämlich zu meinen Eltern gen Norden gefahren. Bewusst hab ich diesmal vielen Leuten verschwiegen, dass wir da sind, da wir nur 3 Tage in meinem Elternhaus verbracht haben und daher die Zeit auch so schon kurz war.

Sabbi verstand sich super mit meiner Familie, auch wenn mein Bruder nur wenige Minuten von ihr hatte, bevor er zu Bett und am nächsten Tag dann früh zu Blockunterricht seiner Ausbildung nach Mittel-Schleswig-Holstein musste. Aber es wird ja hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Sabbi mit im Norden war – es gibt noch so manche Leute, die sie gern kennen lernen würden 😉

Die Tage bei meiner Familie gingen dann sehr schnell vorbei und Sabbis und meine Wege trennten sich vorerst wieder – Während sie von Hamburg aus einen Zug nach Hause nahm, brachten mich meine Eltern auf dem Weg in ihren Kurzurlaub nach Hildesheim zu Kate, wo auch DFYX bereits war. Nichts geringeres als das M’era Luna 2012 stand vor der Tür. Oh, und da sowohl Fyx als auch ich nicht mehr zu Hause waren seit dem BMT und Kate keine Camping-Ausrüstung besaß, mussten wir uns viel nachkaufen – insbesondere an einen alten Topf, Besteck und Geschirr hätte ich echt denken und von meinen Eltern borgen können. Naja, so besitzen wir nun ein komplettes Set, welches wir 3 uns teilen. Auch gut. 😉

Nach einer Nacht in Kates Zimmer ging es dann am nächsten Tag gen Flughafengelände, denn dort findet das Festival statt. Irgendwie war die Eröffnung dann wohl doch früher gewesen, als wir gedacht hatten, aber nach etwas suchen fanden wir doch einen Platz für unsere beiden Zelte. Nachdem wir diese aufgebaut hatten, dieses Jahr noch bei Sonnenschein statt Sternenlicht, schafften wir es noch zu den Lesungen – zwar verpassten wir die ersten paar Minuten von Markus Heitz Lesung, aber was wir von ihm mitbekamen war mehr als genial. Der Autor hat nicht nur das schreiben, sondern auch das Vorlesen echt drauf. Leider war die nächste Lesung dann nicht mehr so gut und wir entschieden uns, zurück zu den Zelten zu gehen.

Den Rest des Abends verbrachten wir dann damit, uns Black Stories aus dem Kopf zu erzählen. Black Stories sind Geschichten, bei denen der Erzähler nur eine Situation schildert und die übrigen Spieler erraten müssen, wie es zu dieser Situation kam. Der Erzähler antwortet dabei auf Fragen der Spieler nur mit „Ja“ oder „Nein“. Anschließend gingen wir dann bereits schlafen, da wir wussten, dass wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten – das die Konservendosen zu klein waren um direkt auf dem Gaskocher zu stehen hatten wir nämlich erst vor Ort gemerkt und wollten daher morgens noch in die Stadt um einen Topf zu kaufen.

Außerdem waren wir noch auf dem Festivalgelände shoppen. Ich hab dort ein traumhaftes rotes Kleid gefunden, welches reduziert war und auch noch wie angegossen passte. Ich würde jetzt gern hier ein Bild verlinken, aber leider zickt mein Karten-Leser gerade rum. Sobald ich dem das ausgetrieben habe, werde ich Bilder vom Kleid nachreichen.

Die erste Band des Tages war dann Megaherz, anschließend Letzte Instanz. Letztere war erwartungsgemäß echt gut, erstere war immerhin ganz nett, wenn ich mich recht entsinne *unsicher bin*

Anschließend gab es Abendessen, um danach rechtzeitig zu Subway to Sally wieder an der Bühne zu sein. Wir schafften es, dadurch dass wir schon eine Band früher dort waren, bis relativ weit nach vorn. Als die Band jedoch mit dem Song „Schwarzes Meer“ zum Crowdsurfen aufrief, habe ich die Position aufgegeben. Crowdsurfen heißt, sich von jemanden hochheben und auf den Händen des Publikums herumtragen zu lassen. Leider habe ich, wie jedes Mal, wenn Crowdsurfer unterwegs sind, mehrere Stiefel abbekommen – diesmal zwar nicht an den Kopf, aber nachdem beide Schulter geschunden wurden, bin ich von Vorne weg. Schade, dass sich Subway to Sally und das Publikum über das Crowdsurf-Verbot des Festivals hinwegsetzen mussten.

Später schauten wir uns noch auf dem Mittelaltermarkt eine überragend gute Feuershow an. Ich hab ja schon viele Feuershows gesehen, aber die war grandios.

Der nächste Tag fing dann früh an – eigentlich war Lahannya um 12:10 als erste Band angedacht, aber wir waren dann doch schon um 11:00 vor den Bühnen und schauten uns die Band vorher an. Plätze in der ersten Reihe bekamen wir aber sowieso, da Lahannya bisher ja nicht allzu bekannt waren und daher am Anfang des Konzertes wenig los war. Das änderte sich aber ganz, ganz schnell, als die Band zu spielen anfing: Gab es anfangs nur rund 5 Reihen, war zum Ende des Konzertes das Gelände vor der Bühne so voll wie bei einer späten Nachmittagsband. (Pi mal Daumen kann man sagen, dass eine Band umso später spielt, je größer sie ist) Oh, und Lahannya haben ihren Auftritt aufgenommen. Und Fyx, Kate und ich standen in der ersten Reihe. Ich halt euch auf dem Laufenden 😉

Nach Lahannya spielten Lacrimas Profundere. Die waren ganz okay, aber nicht überragend. Während Kate und Fyx dann für Faun vor den Bühnen blieben, ging ich erst mal essen, da ich nach Faun dafür wenig Zeit haben würde. Als mein Essen gerade heiß war, kamen dann auch Kate und Fyx zum Zelt, das Konzert hatte wohl nicht so richtig Spaß gemacht und sie daher entschieden, auch etwas zu essen. Rechtzeitig um Welle:Erdball nicht zu verpassen, machte ich mit den beiden dann einen Treffpunkt ab und ging wieder zu den Bühnen.

Welle:Erdball dann lieferten eine grandiose Show ab. Ich war mir im Voraus nicht sicher gewesen, ob die Band live gut sein würde, aber sie waren mehr als nur gut. Ich kenne sonst keine Band, die während des Konzertes Luftballons ins Publikum wirft oder einen C64 verschenkt 😉

Das anschließende Schandmaulkonzert sah ich mir dann wieder mit Kate und Fyx gemeinsam an. Gott, die Jungs und Mädels haben es immer noch drauf! Zwar fehlten die beiden Frauen der eigentlichen Besetzung, wenn ich es richtig verstanden habe, sind beide schwanger (gewesen), aber der Ersatz, den die Band gefunden hatte, war auch klasse. Das Konzert war wie immer schwerst genial. Eine Schande [pun intended], dass ich die Band so lange nicht live gesehen hab!

Danach hatten wir dann doch noch eine Pause, da wir uns entschieden, dass wir Eisbrecher doch nicht sehen wollten und lieber etwas verschnaufen würden. Auch New Model Army schauten wir uns nicht ganz an, sondern kamen nur zum Ende dort hin, um uns Plätze für In Extremo zu sicher. Es war eine geniale Entscheidung früher hin zu gehen und an einen Ort zu gehen, wo wir vorher noch nicht waren, denn wir trafen zufällig auf Lahannya plus Band! Als das New Model Army Konzert vorbei waren, schnappten Fyx und ich uns dann den Gitarristen Lutz, welcher auch in der Band ASP und somit in zwei meiner Lieblingsbands Mitglied ist, und quetschten ihn ein wenig darüber aus, was mit den Aufnahmen vom Vormittag passieren würde, ob er glaube, dass Lahannya beim nächsten M’era-Besuch eine bessere Zeit bekäme und wie es ist, in jedes Jahr auf dem M’era zu spielen. (Normalerweise spielen Band nur alle zwei Jahre auf dem selben Festival, da ASP aber letztes und nächstes Jahr spielten/spielen und Lahannya dieses und hoffentlich in zwei Jahren, tritt er jährlich auf 😉 )

Das In Extremo-Konzert war dann ein würdiger Abschluss für das Festival. Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben das Glück, den Platz zu haben, um auf einem Konzert zu tanzen und hab dies voll ausgenutzt. Ich hab mich halb in Trance getanzt 😉

Nach InEx sind wir dann nochmal auf den Mittelaltermarkt und haben uns ein weiteres Mal die Feuershow angesehen. Es hatte sich nur die Reihenfolge etwas geändert, dass änderte aber nichts daran, dass es eine geniale Show war. Anschließend vielen wir ins Bett.

Am nächsten Morgen packten wir nach dann zusammen und es ging noch einmal zurück zu Kate um die dort zurückgelassenen Sachen einzusammeln und anschließend nach Hause zu fahren. Die Zugfahrt war unspektakulär, schließlich waren wir echt kaputt.

Mein Fazit zum M’era Luna 2012 also: Boaaaaaaah, war das genial! Nächstes Jahr dann aber mit Sabbi! <3

In meinem nächsten Blogeintrag werde ich dann auf die Erlebnisse während der Lernphase, die auf das M’era folgte, eingehen und von meinem mittlerweile angetretenen zweiten Urlaub berichten. Ja, ein zweiter Urlaub, schließlich muss ich mich doch nochmal ein paar Tage länger bei meinen Eltern blicken lassen 😉

Also hoffentlich bis bald,

Alina

M’era Luna – Mehr Alina

Hinweis: Dieser Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr meinen aktuellen Ansichten.

Einige meiner Leser (und ja, ich verwende bewusst das generische Maskulinum; dazu an anderer Stelle mehr) werden vielleicht wissen, dass dieses Jahr am 11. und 12. August das M’era Luna, eines der größten deutschen Gothic-Festivals, statt fand. Dieses Jahr zum ersten Mal nicht ohne meine Freundin und mich.

Ursprünglich hatten wir gedacht, wir würden allein dort sein, lernten aber rund eineinhalb Wochen vor dem Festival ein Mädel kennen, die auch aufs M’era wollte. Ich werde sie, um mein „Namen werden nicht genannt“-Gebot einzuhalten, einfach die Gewandete nennen, da sie einen Großteil der Zeit mit einem mittelalterlichen Umhang bekleidet auf dem Festival verbrachte. Bereits im Vorfeld zum Festival habe ich den Schritt gewagt, ihr von Alina zu erzählen (naja, eigentlich nur davon, dass ich Transvestit bin, den Rest erfuhr sie nach und nach). Sie ist damit die erste Person, die ich als Mann kennen gelernt habe, aber die von Alina erfuhr, bevor wir wirklich Freunde wurden. Etwas mulmig war mir bei dem Gedanken, mich ihr zu öffnen, aber diese Bedenken waren glücklicherweise völlig unbegründet. Mittlerweile weiß ich von ihr, dass sie sogar weitere Crossdresser kennt.
Weiterhin sollte ich erwähnen, dass ich zwar mit den Gedanken gespielt hatte, auf dem Festival ausschließlich Alina zu sein, diesen aber eigentlich selbst nicht ernst genommen hatte, und erwartete höchstens ein paar Stunden Frau zu sein.

Am 10. August ging es dann los. Die Sachen waren gepackt und verladen, die Einkäufe erledigt, los ging’s auf die A7, die ich nur noch stumpf nach Süden fahren musste. Naja, und dann war da der Stau vor dem Elbtunnel… Der Stau, der meinen Motorkühler killte. Durch die Panne, bei der mir der ADAC aushelfen musste, und die Wartezeit im Stau haben wir dann insgesamt rund 4 Stunden auf unseren Zeitplan verloren. Statt um 16:00 waren wir erst gegen 20:00 auf dem Parkplatz des M’eras. Die Gewandete haben wir schnell gefunden und gemeinsam mit ihr auf eine weitere Gruppe gewartet, der sie sich gerne anschließen wollte.
Als die endlich aufgetaucht waren, suchten wir auf dem Campground nach Platz für uns alle. Während dieser Suche merkte ich, dass ich mit der Gruppe nicht warm wurde, so dass ich nur allzu gern zustimmte, als wir feststellten, dass wir uns trennen mussten, da nirgendwo genug Platz für uns alle gleichzeitig war. So machten meine Freundin, die Gewandete und ich uns also auf und suchten uns einen Platz, der sich im Nachhinein als super Wahl entpuppte, da unsere Nachbarn einen klasse Musik- und Met-Geschmack hatten. Erstmal bauten wir aber unsere Zelte auf und machten uns etwas zu essen, da wir für die Lesungen eh schon zu spät dran waren.
Für mich war der Tag dann auch schon vorbei. Ich kroch ins Zelt zum schlafen, während mein Schatz mit der Gewandeten das Gelände erkundete und schaute, wo „unsere“ Gruppe ab geblieben war.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück war dann für mich der Moment gekommen, mich umzuziehen. Zum schminken kam ich, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, aus dem Zelt, da das Licht draußen einfach besser war. Kaum war ich draußen, war das Gefühl auch schon vorüber. Statt dessen fühlte es sich, wie schon in Hamburg, völlig normal an, Alina zu sein.
Dann ging es los auf das eigentliche Festivalgelände. An der Schleuse, an der die Festivalbändchen kontrolliert wurden, wurde ich dann wieder etwas nervös: Die Besucher wurden abgetastet und aus Festival- und Konzerterfahrungen wusste ich, dass Männer von Männern und Frauen von Frauen abgetastet werden müssen. Naja, Gesetz ist Gesetz, sowohl biologisch als auch offiziell bin ich ein Mann, auch wenn ich als Alina unterwegs bin, also bin ich zum Mann gegangen, als ich dran war. Der schaute mich ziemlich verdutzt an und sagte erst mal nur „Hallo“. Nicht flirtend, nicht unfreundlich, einfach nur verwirrt. Es dauerte einen Moment, bis er sicher war, dass ich in seinen Zuständigkeitsbereich falle. Komplikationen gab es aber keine. Meine Freundin erzählte mir anschließend, dass hinter mir wohl eine Frau zum Kontrolleur ging, sie war wohl „nur dem Rock gefolgt“ und hatte nicht realisiert, dass ich, rein biologisch gesehen, ein Mann bin. Sieg auf ganzer Linie 🙂
Während der Konzerte, die wir uns jetzt ansahen, wurde ich einige Male begutachtet, ich vermute, dass mich der eine oder andere durchschaut hat, gesagt wurde aber nichts. Vielleicht haben die mich auch tatsächlich nur beim Tanzen beobachtet, den das habe ich mich nach und nach auch endlich getraut.

Nach Omnia, Qntal und Leaves Eyes (die ich vor ein paar Jahren in Wacken besser fand, als dieses Mal, was nicht heißt, dass sie schlecht waren), gingen wir erst mal zu unseren Zelten zurück, um Mittag zu essen, und ich, eitel wie als Alina manchmal bin, hab mich nochmal nach-geschminkt. Anschließend ging es wieder aufs Festivalgelände, diesmal ohne Abtasten.
Nachdem wir drei von Blutengel recht enttäuscht waren, schlugen Apocalyptica ein wie eine Bombe. Trotzdem: Das Highlight kam erst direkt im Anschluss, nämlich ASP, unterstützt von Lutz, dem Gitarristen von Lahannya und Umbra et Imago. Ein so gutes Konzert hab ich lange nicht erlebt. Within Temptation haben wir uns dann nicht mehr angetan, obwohl die Band sicher auch klasse gewesen wäre. Wir konnten einfach nicht mehr. Nach einer weiteren Mahlzeit und einem gemütlichem Plausch gingen mein Schatz und ich zu Bett, während die Gewandete noch einmal ihre Gruppe besuchte.

Am nächsten Morgen stand ich als Mann auf, um meine Morgentoilette zu verrichten und auf dem Rückweg Frühstück mit zu bringen. Nach dem Frühstück zog ich mich dann wieder um, während es zu regnen anfing. Die Gewandete hatte sich, nachdem sie während unseres Frühstücks vom Duschen wieder gekommen war, noch mal hingelegt. Etwa eine halbe Stunde, nachdem ich mich fertig zurecht gemacht hatte, hörte ich, dass sie wieder wach und am Rotieren war, als ich aus dem Zelt sah, bemerkte ich, dass es in ihr Zelt rein geregnet hatte. Nach dem sie ihre Sachen gerettet hatte, kam sie zu meiner Freundin und mir ins Zelt. Wir unterhielten uns einige Zeit, bis wir entschieden, dass wir trotz dem Wetter mal über den Mittelaltermarkt schauen wollten.
Der Markt war ganz nett, wenn auch nichts besonderes. Am interessantesten waren die Fressbuden. Besonders die Spätzle wurden mir empfohlen, auch wenn ich mir vorerst keine kaufte. Als Coppelius anfingen zu spielen entschieden wir schließlich, wieder aufs Festivalgelände zu gehen.

Nach Coppelius, von deren Konzert wir noch rund die Hälfte sahen, wurde der Regen weniger. Wie der Frontsänger der anschließenden Band feststellte: „Das ist das Mono Inc. – Phänomen: Immer wenn wir anfangen zu spielen hört der Regen auf!“ Mono Inc. kann ich live übrigens wärmstens empfehlen, besonders die Schlagzeugerin imponiert mir jedes Mal wieder, wenn sie neben dem Spielen ihres Instruments noch zum Background-Gesang ansetzt.

Nach Mono Inc. sahen wir uns die Stände auf dem Festivalgelände an. Vor Allem wurden natürlich CDs, Kleidung und Schmuck angeboten. Interessant war es aber alle Male. Irgendwann ging meine Freundin schon einmal voraus zu unseren Zelten, da sie ihre Beine müde wurden. Begleiten sollte ich sie aber nicht, so dass ich mit der Gewandeten noch etwas auf dem Festivalgelände bummelte und anschließend auf dem Mittelaltermarkt Spätzle kaufte, da ich zu faul zum Essen machen war. Bewaffnet mit diesen gingen nun auch wir zu unserem Lager zurück, in dem wir wieder etwas Zeit verbrachten.

Die nächste Band auf meinem Wunschzettel war Tiamat, zu denen mich dann die Gewandete begleitete, während meine Freundin im Zelt blieb um sich noch etwas zu erholen.
Tiamat war die erste und einzige Band, die ich mir dieses Jahr im Hanger angesehen hab. Wir waren überpünktlich da, um in den Hangar rein zu kommen, was gar nicht nötig gewesen wäre. So war es uns aber ein leichtes, in die fünfte Reihe zu kommen. Nach einer schier endlosen Umbauphase kamen Tiamat dann endlich und völlig unspektakulär auf die Bühne. Sie kamen einfach, nahmen ihre Instrumente und spielten los. Genauso stumpf wirkten die Songansagen: „This is a song about love: Vote for Love.“ Dafür war die Musik genial.

Anschließend trafen wir uns auf dem Festivalgelände mit meiner Liebsten, die mir per SMS geschrieben hatte, wo sie wartet. Gemeinsam entschieden wir dann, erst mal was zu essen, um dann zu Hurts zurück aufs Gelände zu kommen. Den Plan änderten wir dann aber. Die Gewandete hatte schon länger entschieden, dass sie nicht noch eine Nacht in dem Zelt verbringen wollte und wir entschlossen uns, dass wir sie nach Hause bringen würden. Und wenn wir schon das Auto bewegen würden, könnten wir eigentlich aus gleich mit weg. Ursprünglich wollten wir nach dem Essen nur das Auto beladen, dann zu Hurts und anschließend noch auf dem Mittelaltermarkt eine Feuershow ansehen, aber Hurts klangen schon vom weiten viel zu poppig, als dass wir uns das antun wollten und meine Freundin bekam dann auch noch Bauchschmerzen, deshalb brachen wir kurz nach 10 vom Festivalgelände auf.

Da die Gewandete kein Auto hat und im Stadtteil des Festivals selten ist, fiel es ihr schwer, mir den richtigen Weg zu weisen, nach dem wir aber an einem Joey’s eine Mitarbeiterin nach dem Weg gefragt haben, kamen wir schnell zu ihrem Wohnheim. Unterwegs hatte ich mir den Weg zur Autobahn schon eingeprägt, so dass wir von dort dann entspannt und ohne Komplikationen unseren Weg nach Hause fanden.
Um 3 Uhr morgens fiel ich dann tot ins Bett, so erschöpft von diesem genialen Wochenende, an dem es sich für mich einfach richtig angefühlt hatte, Alina zu sein, dass ich glatt vergaß, dass ich noch eine Spange im Haar hatte, die ich erst am nächsten Tag entdeckte.