Von tollen Leuten und guten Nachrichten

Hinweis: Dieser Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr meinen aktuellen Ansichten.

(veraltet wegen Halbwissen zum Thema Namensänderung. Genauer steht es auf meiner Seite zu dem Thema.)

Samstag hatte ich so viel Chaos, wie seit mindestens dem Beginn meines Studiums, wahrscheinlich sogar seit Ende meiner Schulzeit nicht mehr. Warum? Fangen wir vorne an.

Geplant für besagten Samstag war folgendes: Ich wollte gegen 11:00 hier das Haus verlassen um gegen 13:00 in Stuttgart zu sein. Dort am Hauptbahnhof wollten sich Folke, welcher ein langjähriger guter Freund von mir ist, und ich uns treffen, bis er gegen 14:30 los musste, da er recht viele Termine hatte. Da er eigentlich aber nicht in Baden-Württemberg studiert, wollten wir die Gelegenheit für ein Treffen unbedingt nutzen. Anschließend war ich mit Jeanette verabredet. Ja, die Jeanette, die ich schon im letzten Betrag erwähnte und deren Blog ich mittlerweile in der Sidebar verlinke.

Tatsächlich ging der Tag aber etwas anders los. Gegen 9:00 ging mein Wecker, nach dem Duschen kaufte ich mir erst einmal online das Tagesticket für den VVS, damit ich mich frei herum reisen konnte. Ich entschied, sogar kurz vor 11:00 los zu gehen, da ich besagtes Ticket noch im Studentenpool drucken musste. Am Gebäude angekommen musste ich jedoch feststellen, dass Gebäude und Pool wegen Wartungsarbeiten geschlossen waren. Verdammt dummes Timing. Also zurück ins Wohnheim und versucht jemanden zu finden, der einen Drucker hat – ohne Erfolg. Letztlich erreichte ich dann jedoch Kate, die gerade zwar nicht im Wohnheim, sondern bei DFYX zuhause war, der Ort lag jedoch auf meiner Zugstrecke und im Bereich meines Studitickets – ich konnte dort also hinkommen und die beiden würden mir das Ticket dort zum Bahnhof bringen.

Also wieder los und auf zum Bahnhof Karlsruhe – Durlach. Dort angekommen fuhr der Zug, den ich ursprünglich nehmen wollte, natürlich gerade ab. Schnell an den Ticketautomaten und die nächste Verbindung zu Kate und DFYX rausgesucht und Kate mitgeteilt, wann ich ankommen würde. Als ich zwischendurch umstieg, stellte ich fest, dass ich in einen Zug nach Stuttgart gelandet war, den also auch weiter nutzen wollte. Daher kurz nochmal mit Kate telefoniert und sie gebeten, mich an der hintersten Tür des Zuges zu empfangen, damit ich direkt das Ticket schnappen und wieder einsteigen könnte. Tja. Leider hatte ich beim Umstieg nicht realisiert, dass der Zug zwei getrennte Teile hatte und ich mich im vorderen befand, während Kate und DFYX am hinteren Teil warteten. Mit einen kleinem Sprint über den Bahnsteig hat aber trotzdem alles geklappt. Kate und DFYX, ihr seid echt Helden! Danke nochmal! 🙂

Danach wurde es dann etwas ruhiger. Ich kann zwar erst eine halbe Stunde später als erhofft an, aber das hatte ich Folke längst mitgeteilt und wir hatten trotzdem noch eine nette Stunde. Plaudernd sind wir durch die Innenstadt Stuttgarts gewandert, die aufgrund des klasse Wetters proppenvoll war. Eigentlich überlegten wir zwischendurch, uns Eis zu kaufen, aber leider hätte man sich überall lange anstellen müssen, worauf wir keine Lust hatten. Etwas bizarr war, dass in einem Hinterhof, an dem wir vorbei kamen, dann noch ein letzter Haufen Schnee lag. Das passte vorne und hinten nicht zum Wetter 😉

Die Stunde ging dann leider auch viel zu schnell vorbei, so wie es halt immer ist, wenn man gut unterhalten ist. Irgendwann musste sich Folke dann also verabschieden und ich machte mich auf in Richtung Jeanette.

Nachdem ich auf Anhieb zu Jeanette gefunden hatte, wurde ich freundlich von ihr begrüßt. Was mir sofort ins Auge sprang, war ihr Flur, auf den ich wirklich neidisch bin: Der Flur hat den Charakter eines alten Gewölbes, wozu der Kronleuchter super passt. Dass dann auch noch in einer „Nische“ ein mindestens 2 Meter langer Kleiderständer voll mit den Party-Outfits von Jeanette und ihrer Freundin, die ja auch beide Gothics sind, stand, rundete das Gesamtbild ab und ich fühlte mich sofort wohl. Wenn ich irgendwann mal eine eigene Wohnung habe, will ich genau die selbe Atmosphäre in mindestens einem Raum einfangen. 😉

Anfangs war ihre Freundin noch einkaufen, sodass Jeanette und ich zunächst erst mal so etwas Zeit hatten, uns zu beschnuppern. Letztlich kannten wir uns ja nicht wirklich, nur aus dem Blog der jeweils anderen, aber wir waren uns schnell sehr sympatisch. Gleiches galt auch, als ihre Freundin letztlich dazu stoß. Auch hier verging die Zeit wieder wie im Flug, schließlich gab es viel zu erzählen. Von Transgendertum, über den CCC bis zu Festival und Bands. Zu letzterem Thema sei zu sagen, dass Jeanettes Freundin, ähnlich wie ich, großer ASP-Fan ist. 😉

Insbesondere über eine Sache haben wir uns außerdem unterhalten, die für mich eine große Bedeutung hat: Wie es rein rechtlich im Bezug auf meine Transsexualität weiter gehen kann.

Jeanette erklärte mir, dass ich theoretisch jederzeit zum Amtsgericht gehen, und eine Names- und Personenstandsänderung beantragen kann. Den Alltagstest brauche ich dafür nicht. Wenn ich es beantrage, kann ich in der Regel angeben, zu welchen Gutachtern ich möchte, zwei an der Zahl sind nötig. Letztlich darf mir das Amtsgericht aber auch andere Gutachter zuweisen. Auch muss ich diese Gutachter nicht regelmäßig sehen, sondern nur ein einziges Mal. Nach einer Sitzung, die zwischen 60 und 90 Minuten dauert, entscheiden die Gutachter,  ob sie mich für Transsexuell halten und melden dies dem Amtsgericht. Danach heißt es warten. Deutsche Gründlichkeit braucht ja seine Zeit 😉

Auf meine Frage hin, wofür der Alltagstest überhaupt nötig sei, bekam ich eine einfache Antwort: Höchstens für die Geschlechtsangleichende OP. Zumindest rechtlich gesehen. Es gibt wohl Krankenkassen, die bestehen auf den Alltagstest schon, wenn es um Hormone geht, heute ist dies aber kaum noch bzw. weniger verbreitet als früher. Wenn sich meine Kasse also nicht quer stellt oder ich denen ausreichend belegen kann, dass ich ja sozusagen seit einem Jahr „unbetreuten Alltagstest“ mache, geht tatsächlich alles viel schneller, als ich bisher gedacht habe.

Irgendwann gegen 22:00 wurde es dann nochmal etwas stressig: Ich wusste, dass bis mindestens Mitternacht Bahnen nach Karlsruhe fuhren, aber als mir langsam mal nachsahen, wann die nächste fahren würde, stellten wir fest, dass in sieben Minuten vom Zeitpunkt des Nachguckens die letzte Verbindung abfahren würde, die weniger als 3 Umstiege brauchte. Also beeilte ich mich doch noch schnell um die Bahn zu bekommen. Hat auch alles geklappt, und ansonsten wäre es für mich kein allzu großes Problem gewesen, mehr Umsteigen zu müssen, aber so war es bequemer.

Danke noch einmal an Folke, Jeanette und ihre Freundin für die schöne Zeit und danke an Kate und DFYX, dass ihr mir so spontan und schnell aus der Patsche geholfen habt!

Alina

Saltatio Mortis mit Cumulo Nimbus

Am gestrigen Donnerstag, den 17.11.2011, spielten Saltatio Mortis mit den fantastischen Cumulo Nimbus als Vorband im Stuttgarter LKA. Um rechtzeitig da zu sein, ließ ich die Vorlesung „Höhere Mathematik“ ausnahmsweise ausfallen (ich befürchte, ich werde es mit Veröffentlichung des nächsten Übungsblattes bereuhen) und traf mich mit dem Schwertbesitzer.
Schon in den Bahnen nach Stuttgart trafen wir einige Gestalten, die wir später auf dem Konzert wieder trafen. Außerdem wurde ich mehrfach auf mein Outfit (Rüschenhemd, Zylinder, Gehstock, Mantel) angesprochen und ein wildfremder Herr fragte, ob er ein Foto machen dürfte, was ich ihm auch erlaubte.

Wir waren rund 20 Minuten nach dem Einlass in der Halle und konnten uns bequem in die 5 Reihe stellen – so dicht an der Bühne war ich seit dem Tiamat-Konzert auf dem M’era Luna nicht mehr.
Eine Weile später kam dann Cumulo Nimbus auf die Bühne und ich war entsetzt: Der Bassist hatte sich erdreistet, mein Outfit nachzumachen! (Nein, es war nicht exakt das gleiche und nein, ich glaube nicht wirklich, dass er mich nachgemacht hat. Es war einfach nur ein witziger Zufall, auf den ich bei der Autogrammstunde noch vom Gitarristen der Band angesprochen wurde: „Bist du das Double von unserm Bassisten?“)
Ich war sehr positiv überrascht von der Band. Trotz einiger kleinerer Pannen (verpasste Einsätze, beim Headbangen die Kette mit den Haaren verknoten, …) verstanden sie es, das Publikum so sehr zum Mitmachen zu animieren, wie ich es noch nie bei einer Vorband erlebt habe. Aber das war definitiv gerechtfertigt: Wer Mittelalter-Rock mag, sollte unbedingt mal in Cumulo Nimbus rein hören, sie sind ab sofort mein Geheimtipp. Daher hat’s mich auch nicht richtig gewundert, dass das Publikum eine Zugabe verlangt hat (was ich übrigens auch noch nie bei einer Vorband erlebt hab).

Anschließend spielen uns Saltatio Mortis kaputt. Mit vielen Songs vom neuen Album, aber auch bekannten Klassikern wie „Prometheus“ oder „Falsche Freunde“ im Gepäck war ihr erklärtes Ziel, niemanden aus der Halle zu lassen, bevor er nicht vom Tanzen komplett durchgeschwitzt war. Es gelang. Am Ende des Konzertes war ich heißer, meine Hände brannten und ich war glücklich 😉
Anschließend war dann Autogrammstunde. Der Schwertbesitzter hatte seine Saltatio Mortis-Fahne zum signieren mit, ich hatte etwas viel besseres dabei – Meine Uni-Unterlagen mitsamt meinem GBI (Grundbegriffe der Informatik)-Übungsblatt-Deckblatt (welches ich heute zusammen mit meinen Lösungen abgegeben hab). Ja, genau dieses Deckblatt hab ich mir signieren lassen 😀 Die Band war dann noch so freundlich, mir volle Punktzahl und Zeitaufschub für die Abgabefrist auf dem Blatt zu vermerken, allerdings nicht, bevor sie nicht Bauklötze gestaunt haben, was ich ihnen da hin halte 😉 Bin gespannt, wie mein Tutor reagiert, denn ich habe bei meinen Lösungen vermerkt, dass ich ihm eine Tafel Schokolade ausgeb, wenn er mir sagen kann, welche Band da auf meinem Deckblatt signiert hat 😉 Ich bin mir bei ihm aber sehr sicher, dass er mir das nicht negativ anrechnet, dass das Blatt etwas modifiziert wurde. War jedenfalls sehr spaßig ^^

Auf der Rückfahrt trafen wir dann erneut auf einige andere Konzertbesucher, die einen Großteil der Strecke gemeinsam mit uns fuhren. Um 2:00 war ich dann schließlich zu Hause und legte mich schlafen, um heute pünktlich um 7:00 wieder auf zu stehen. 😉

Eine Kleinigkeit möchte ich nochmal erwähnen, da ich mehrfach drauf angesprochen wurde, dass es hier im Blog wohl anders klingt: Ich lebe derzeit nicht primär als Alina, sondern zu höchstens 40, eher nur 30%. Auf dem Konzert gestern war ich zum Beispiel als Mann und hab mich so auch wohl gefühlt 🙂