Spieglein, Spieglein

Ja, ich weiß, dass ich meinen „Ein Beitrag pro Woche“-Rythmus gebrochen habe und ich kann zu meiner Verteidigung nur sagen, dass es nur ein Thema gab, über dass ich hätte bloggen können – nur hatte ich darauf keine Lust.

Dafür hier aber eine Erkenntnis, die mir heute morgen beim Schminken kam: Ich sehe im Spiegel keinen Mann mehr. Sicher, wenn ich ihn suche, ist er sofort da, aber wenn ich in den Spiegel blicke, mich erkenne und nicht weiter drüber nachdenke, nehme ich mich als Frau wahr.

Es ist noch nicht allzu lange her, dass das anders war und ich hab mich jedes Mal drüber geärgert. Tatsächlich vermute ich, dass diese Änderung psychologisch keine geringe Bedeutung hat – jedenfalls weiß ich, dass in der Psychologie das Selbsterkennen im Spiegel ein deutliches Indiz für Persönlichkeitsentwicklung und Begreifen darstellt. Ich würde daher vermuten, das mein als-Frau-erkennen dafür spricht, dass ich tatsächlich innerlich darauf eingestellt bin, mich als Frau wahrzunehmen.

Für einen Außenstehenden mag das jetzt so klingen, als wäre ich erst jetzt „wirklich Transsexuell“ oder so, aber wenn man sich jahrelang daran gewöhnt, sich als Mann zu sehen, ist es kein Schalter, den man umlegen kann, wenn man feststellt, dass diese Selbstwahrnehmung falsch ist. Ich halte es daher für recht normal, dass ich mich, obwohl ich mich selbst als Frau sehen wollte und als Frau gesehen werden wollte, trotzdem noch nicht intuitiv als Frau wahrgenommen habe. Dass ich mich jetzt intuitiv als Frau wahrnehme ist einfach nur ein weiterer Schritt in meiner Entwicklung, der, so heimlich er auch aufgetaucht ist, doch ein ziemlich wichtiger und großer Schritt ist.

Ich hoffe, ich hab jetzt nicht zu wirr geschrieben. Das Thema ist schwer zu beschreiben, da es sich nicht auf einer greifbaren, rationalen Ebene abspielt, sondern auf einer komplexen, emotionalen Ebene. Ich hoffe einfach mal, dass man meinen Gedanken trotzdem folgen kann. Wenn nicht, scheut euch nicht, nochmal nachzufragen. 🙂

Alina

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