Ein wenig Geschichte

Einigen Lesern wird mittlerweile aufgefallen sein, dass ich seit Anfang Dezember täglich gebloggt habe. (Eigentlich sogar schon einen Tag länger, aber den lassen wir mal außen vor, da das „nur“ an der der Eröffnungspost des neuen Blogs war.) Das hat auch einen Grund: Ich war mir bisher nicht sicher, ob ich’s durchziehen würde, aber da es jetzt schon eine Woche gut läuft, wird’s wohl auch weiterhin klappen. Daher mach ich’s jetzt aktuell: Willkommen in meinem kleinen Adventskalender 🙂

Adventskalender deshalb, weil ich jeden Tag bis einschließlich 24ten Dezember zu bloggen versuchen werden. Und ich kündige es heute deshalb an, weil ich a) absehen kann, dass ich’s durchziehen kann und b) heute Nikolaus ist. Zur Feier des Tages gibt es daher heute einen Schwank aus meiner Jugend 😉 Anders gesagt: Wann habe ich eigentlich zuerst gemerkt, dass ich Trans* bin?

Ich werde das alles nicht in einen Blogpost quetschen, sondern ein wenig Thematisch sortieren und auf mehrere Tage aufteilen. Heute: Meine Kindheit, in der ich noch nichts von Trans* wusste. Ich habe erst viele Jahre später diese Situationen als erste Anzeichen meiner Transidentität gedeutet.

Reisen wir doch einmal weit zurück, in die Jahre vor 1996. Meinen Jahren im Kindergarten. Eine Episode, an die ich mich selbst nicht mehr erinnern kann, die mir nur von meiner Mutter erzählt wurde, ist, dass ich in dem einen Jahr als Mädchen zum Fasching gehen wollte. Sie hatte es mir damals nicht erlaubt, da sie Angst hatte, die anderen Kinder würden mich deshalb auslachen oder gar mobben. Wahrscheinlich hatte sie damit nicht mal unrecht, auch wenn sie sich, wie sie mir erzählte, heute manchmal frage, wie ich mich entwickelt hätte, wenn ich es damals gedurft hätte: Hätte ich mich viel früher geoutet und schneller gelernt, mich selbst zu akzeptieren? Hätte mich das Erlebte so abgeschreckt, dass ich heute nicht Trans* wäre? Wissen kann das niemand.

Zeitsprung, einige Jahre später. Grundschulzeit. Es gab ein Spiel, dass wir in den Pausen immer gespielt haben. Ich kenne die genauen Regeln längst nicht mehr, aber im Wesentlichen war es wohl eine Art „Tick“. Es spielten Mädchen gegen Jungen, die Mädchen waren die Fänger. Immer, wenn sie einen Jungen erwischt haben, hat er einen Stempel auf die Hand gedrückt bekommen und musste den Mädchen helfen. Ich erinnere mich, mich einige Male freiwillig fangen lassen zu haben, damit ich den Mädels helfen konnte.

Noch mal ein paar Jahre später begann dann bei mir bewusst das Interesse an Frauenkleidung und Frau-Sein, aber davon erzähl ich dann beim nächsten Mal 😉

2 Gedanken zu „Ein wenig Geschichte

  1. Meine Mutter hat noch heute Angst davor, dass ich von anderen Menschen gemobbt oder ausgelacht werden könnte; dass die Leute einfach nur oberflächlich bleiben und nicht hinter die Kulissen schauen.
    In deinem Beispiel kann ich das noch nachvollziehen, aber heute muss man davor doch wirklich keine Angst mehr haben, oder bist du schonmal jemandem begegnet, der dir tatsächlich ablehnend gegenüberstand?

  2. Nein, bisher nicht. Zumindest ging es nie über Blicke hinaus und im direkten Umgang war bisher jeder freundlich.

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