Pen and Paper

Immer mal wieder habe ich in diesem Blog schon von sogenannten Pen and Paper Rollenspielen, oder kürzer P’n’Ps oder P&Ps, gesprochen. Ich habe aber noch nie wirklich erklärt, was diese Spiele eigentlich sind und was für welche ich spiele. Ich verwende in diesem Artikel wieder an einigen Stellen geschlechtsneutrale Sprache.

P&Ps funktionieren sind Spiele, bei denen einer SpielleiterNin eine Geschichte erzählt, während die MitspielerNinnen jeweils einen Charakter spielen. Diese Charaktere sind die ProtagonistNinnen der Geschichte. Während die SpielerNinnen also mit diesen Charakteren Einfluss auf die Geschichte nehmen können, wird diese von diem SpielleiterNin erzählt, xier bestimmt was passiert und was nicht, xier erzählt, wie die Welt aussieht, was die Charaktere wahrnehmen, wie andere Charaktere auf die SpielerNinnencharaktere reagieren und so weiter und so fort. Dier SpielleiterNin ist in den meisten P&P-Systemen allmächtig, darf alles einfach beschließen, aber xieser Aufgabe ist es, eine Geschichte zu erzählen, an der alle beteiligten Spaß haben.

Ich erwähnte gerade so nebenher, dass es verschiedene „Systeme“ gibt – die meisten dieser Systeme sind eine Mischung aus Weltbeschreibung und Regelwerk. Schauen wir uns diese beiden Dinge doch mal etwas genauer an.

Regelwerke sind wichtig, da die obrige Beschreibung, wie ein P&P abläuft noch sehr von SpielleiterNinnenwillkür dominiert ist. Wenn dier SpielleiterNin einfach entscheiden darf, welche Aktion der SpielerNinnencharaktere funktionieren und welche scheitern, kann es sich für die SpielerNinnen unfair anfühlen und vor Allem weiß dier SpielleiterNin vielleicht auch gar nicht immer, was klappen kann und was nicht. Dafür gibt es sogenannte Proben und bei diesen kommt der namensgebende Aspekt von Papier und Stift zur Geltung:

Die SpielerNinnen besitzen sogenannte Charakterbögen, die im Wesentlichen Zettel sind, auf denen einige verschiedene Eigenschaften des zugehörigen Charakters notiert sind, oft mit zugehörigen Werten. Aus diesen Werten wiederum werden Proben abgeleitet, die meistens durch Würfelwürfe durchgeführt werden. Das Schwarze Auge, kurz DSA, ein System, dass ich viel spiele, handhabt das zum Beispiel so, dass ich bei einfachen Proben einfach auf meinem Charakterbogen den passenden Wert suche und dann versuche mit einem zwanzigseitigem Würfel den Wert zu treffen oder zu unterbieten. Habe ich einen Mut-Wert von 14, dann bedeutet das, dass eine 1 bis 14 auf einem zwanzigseitigem Würfel einer gelungenen Mut-Probe entsprechen, während 15 bis 20 ein scheitern bedeuten. Diese Probe werden immer dann zu Rate gezogen, wenn dier SpielleiterNin unsicher ist, wie ein Ereignis ausgeht: Bin ich geschickt genug den Baum herauf zu klettern? Bin ich stark genug, eine Tür aufzubrechen?

Die meisten Systeme bieten aber wie gesagt nicht nur einen Regelkatalog, sondern beschreiben oft auch eine erfundene Welt. Bei DSA ist das zum Beispiel die Welt Dere und vor allem der Kontinent Aventurien, der beschrieben wird. Dadurch, dass die Autoren des Systems die Welt schon ziemlich detailiert beschrieben haben, weiß ich zum Beispiel, dass in der südlichen Hälfte Aventuriens eine große Wüste liegt und das es verschiedene zauberbegabte Wesen gibt. Ich weiß, dass die Welt an das Mittelalter angelehnt ist, es aber Drachen und andere Fabelwesen gibt. Ich kann nachschlagen, wie teuer genau diese eine Taverne in diesem einem Ort ist und kann vielleicht sogar erfahren, dass der Wirt dort mit seiner Frau drei Kinder hat. Ja, DSA geht an einigen Stellen tatsächlich so weit in die Tiefe. Einerseits ist das ein Vorteil, weil sich andere die Mühe gemacht haben, eine möglichst konsistente Welt zu erfinden, andererseits kann dieser Detailgrad auch einengen. Wie sehr eins sich also an offizielle Quellen hält, ist Geschmackssache. (Die Konsistenz ist übrigens natürlich trotzdem nicht perfekt; es gab Publikationen zu DSA, die den Preis von Weizen teurer ansetzten als den der Menge Brot, welches aus diesem hergestellt werden konnte. Bäcker müssten also Verluste machen.)

Es gibt immer wieder Systeme, die ohne Regelwerk oder ohne Welt daher kommen. Die Systeme ohne Welt versuchen meist, die Regeln so offen zu halten, dass sie in beliebigen Welten spielbar sind. Zumindest im kommerziellen Bereich sind Systeme ohne Regeln dafür eher selten. Vermutlich, weil potentielle Kunden dann auch noch ein System mit Regeln dazu kaufen müssten, was viele verschrecken könnte. Was es häufiger gibt, sind jedoch Abenteuer, die an kein System gebunden sind.

Abenteuer sind im Wesentlichen einzelne Geschichten. Dort steht dann drin, das die Königin auf die SpielerNinnencharaktere zukommt, weil ihr einziges Kind von einem Drachen entführt wurde und beschreibt möglichst alles, was für die Rettung nötig ist, inklusive des Plottwists, dass in Wahrheit der Spross der Königsfamilie den Drachen entführt hat, nicht umgekehrt. Abenteuer sind oft für bestimmte Systeme und ihre Regeln und Welten beschrieben, aber gerade bei HobbyautorNinnen finden sich oft Abenteuer, die an kein System gebunden sind. Dazu gehört auch Tiefenrausch, ein Abenteuer in einem Horror-Setting, das zwar ein System vorschlägt, aber nicht in der offiziellen Welt spielt und auch mit beliebigen anderen Regeln gespielt werden könnte. Tiefenrausch hat Trial, hier im Blog in den Zeiten, in denen ich keine Namen nannte auch als „Der Biertige“ bekannt, erfunden und ich bin gerade dabei dieses Abenteuer zu überarbeiten und in einen Zustand zu übertragen, in dem es vielleicht sogar veröffentlicht werden könnte.

Nun habe ich zumindest zwei „Systeme“ bereits erwähnt, die ich spiele: DSA spiele ich wöchentlich und auch für Tiefenrausch habe ich aktuell wieder eine Runde. Bei DSA bin ich Spielerin, Tiefenrausch leite ich. Weiterhin spiele ich Dungeons and Dragons, ein Urgestein unter den Rollenspielen mit starken Fokus aufs Kämpfen. Es spielt zwar wie DSA an in einer Fantasy-Welt, aber es spielt sich durch den anderen Fokus vollkommen anders. Eine Weile ausprobiert habe ich noch Vampire: The Masquerade und Shadowrun. Vampire spielt in einer Variation der Realität, in der es Vampire gibt, die im Hintergrund die Fäden ziehen und versuchen ihre Parallelgesellschaft geheim zu halten, während Shadowrun dem Cyberpunk-Genre angehört – es spielt auf der Erde in rund 50 bis 60 Jahren, in einer Welt, in die Magie eingekehrt ist, die aber gleichzeitig hochtechnologisiert und dazu unglaublich korrupt ist. Immer Mal wieder probiere ich aber auch hier und dort andere Systeme aus, zum Beispiel Ratten!, Los Muertos oder Dungeon Slayers. Unbedingt mal ausprobieren will ich Plüsch, Power & Plunder, bei dem eins Plüschtiere spielt.

Soviel zum Rundumschlag zum Thema Rollenspiele. Wenn ich in Zukunft von P&Ps berichte, wisst ihr, wovon ich spreche 😀

Alina

Das BMT – Der Auftakt des Urlaubs

Sooooo, endlich melde ich mich aus der Sommerpause zurück. Es gibt viel zu berichten, doch fangen wir chronologisch an.

Zuletzt berichtet habe ich ja vom MPS, dem Mittelaltermarkt, der vor einiger Zeit in Karlsruhe stopp gemacht hat. Nun, am Dienstag nach dem MPS-Wochenende hieß es für mich: Klausur! Algorithmen 1 habe ich geschrieben und, wie ich mittlerweile weiß, auch bestanden. Die Klausur fand zwar erst abends statt, aber Sabbi und ich ließen es uns nicht nehmen, noch am selben Abend zum BMT, dem großen Forentreffen in Bremen, aufzubrechen.

Der Nachtzug war… unangenehm. Leider gerieten wir in einen Zug voller Metaler, die nach Wacken zum W:O:A wollten und an Schlaf nicht einmal gedacht haben. Nehme man noch seltsame Leute hinzu, die ihrer noch-nicht-Partner am Telefon fragen, ob man nicht die Nacht durchtelefonieren will, weil es ja sonst zu langweilig ist, fertig ist eine Mischung, bei der man nicht über 3 Stunden Schlaf bekommt – unzusammenhängend. Sabbi meint, bei ihr wäre es noch weniger gewesen.

Gegen 6:00 (ja, morgens.) kamen wir dann endlich in Bremen an. Für mich lohnte es sich nicht, schlafen zu gehen: Ich war abends für’s Kochen zuständig und sollte daher morgens mit dem Einkaufsorgas einkaufen. Auch Sabbi entschied, wach zu bleiben. Nach dem Einkaufen fühlte ich mich übrigens so fit, als hätte ich 8 Stunden geschlafen 😉

Da ich den weiteren Verlauf nicht mehr so wirklich chronologisch zusammen bekomme, hier statt dessen eine Sammlung verschiedener Dinge.

Ich habe an 2 Runden Werwölfe von Düsterwald teilgenommen, die wieder absolut spitze waren. In der BMT-Runde macht es einfach unglaublich Spaß, gerade weil sie, im Gegensatz zur Runde hier in Karlsruhe, nicht stundenlang diskutiert, bis etwas sicher ist, sondern man halt auch mal auf Verdacht hängt. Klar, das Fehlerrisiko ist größer, aber dafür die Runden schneller und lockerer. Mir macht beides Spaß, aber so locker, wie auf dem BMT finde ich angenehmer.

Es gab einen Rollenspiel-Entwicklungs-Workshop, der ziemlich genial war. Wir haben ein System entwickelt, bei dem es darum geht, eine Siedlung in unbekannten Land zu errichten, auf zu bauen und zu überleben. Wie dieses unbekannte Land aussieht, ist dabei völlig frei entscheidbar und nicht von den Regeln vorgegeben. Ich freue mich schon drauf, dass System demnächst mal auszuprobieren.

Ich hab an mehr Tagen Essen zubereitet (Pizzasuppe und Taco-Salat), beide Male ist mein Gericht super angenommen worden.

Ich stand wieder mit Tq alias Vintal Valentine alias Daniel alias „Die Stimme von Furious Feedback“ auf der Bühne und durfte ihn gesanglich Unterstützen. Diesmal leider sehr spontan, wodurch ich bei einigen Songs, bei denen er die Gesangsspur irgendwann leicht geändert hatte, etwas am rumholpern war, alles in allem war es aber trotzdem genial wieder auf einer Bühne zu singen.

Ich bin siebte beim Pokern geworden und hab drei DVDs abgestaubt: The Color of Magic, Fluch der Karibik 1 und Ice Age 1.

Im Alleingang hab ich am letzten Abend noch den Präsi-Abend aus dem Boden gestampft. Er war zwar vorher schon im Forum diskutiert worden und es gab einen Gast, der extra dafür angereist war, aber irgendwie hatte sich niemand dafür verantwortlich gefühlt. Also hab ich das Ruder in die Hand genommen und innerhalb von 2 Stunden dafür gesorgt, dass wir einen Präsi-Abend hatten. Präsi ist dabei übrigens die Kurzform von Präsentation, nicht Präsident oder so 😉

Und unzählige Male saß ich im Foyer und wartete, dass etwas spannendes passierte. Das nennt sich dann „rum-bmt-en“. Und es funktioniert. Selten musste ich länger als 5 Minuten warten, bis jemand dazu kam und irgendetwas passierte, dass mich unterhielt.

Auch Sabbi hatte viel Spaß und will unbedingt wieder zum BMT, auch wenn wir recht wenig gemeinsam gemacht haben. Naja, macht aber ja nichts, wenn wir beide Spaß hatten ^^

Wie es nach dem BMT dann weiterging erfahrt ihr im nächsten Beitrag 🙂

Alina

Ein spontan langer, aber verdammt toller Abend.

Und wieder mal blogge ich über den Abend des Vortags 😉 Gestern Abend wurde ich vom Biertigen besucht (im Post über meinen Geburtstag habe ich ihn fälschlicher Weise den Bärtigen genannt; Der Biertige passt einfach noch besser 😉 ). Ich wusste schon ein paar Tage, dass wir uns, bevor ich gen Norden fahr, nochmal treffen wollten, eigentlich hatten wir aber Dienstag für’s Treffen ins Auge gefasst. Gestern Abend schrieb er mich dann spontan an, was ich vorhabe, und ob ich nicht Lust hätte, dass er noch von Heidelberg schnell rüber nach Karlsruhe kommt. Da ich Zeit hatte, stimmte ich zu.

Wir trafen uns primär aus folgendem Grund: Ab dem 27.12. ist ja ein tolles Treffen in Bremen, wie ich bereits erwähnte. Dort wird der Biertige ein Pen and Paper Rollenspiel leiten, bei dem ich mitmachen werden. Um die Atmosphäre noch zu verdichten, will er mit jedem Spieler die Hintergrundgeschichte seines Charakters ausspielen. Ich war gestern Abend dran.

Nachdem ich den Biertigen also von der S-Bahn Station abgeholt hatten, gingen wir rüber in die ATIS, den Rechnerpool des Informatiker-Baus der Uni, und belegten dort einen Notebook-Raum. Da in der ATIS Freitags Abends nichts los ist, war dies der Ort der Wahl, denn die einzige Alternative, mein Zimmer, bot und bietet nur wenig Platz.

Nach drei Stunden intensiven Rollenspiels waren wir gegen 22:00 Uhr fertig mit meiner Vorgeschichte. So genial sie auch ist, da eine Mitspielerin von Hauptplot möglicherweise mitliest, kann ich die Geschichte noch nicht erzählen, sonst würde ich zu viel spoilern. Sobald das Szenario aber abgeschlossen ist, werde ich es gern hier veröffentlichen.

Der Biertige und ich entschieden uns, den Abend noch nicht enden zu lassen und gingen – mal wieder – in den Drachen, den er noch aus der Zeit kannte, als es das Casa Noctis war. Er fand die neue Location genauso gut wie ich. Nachdem wir dort bis nach Elf bei Met und Bier geplaudert hatten, entschieden wir uns, noch mal ins Unverschämt zu gehen. Dort war gestern wieder Friday Hard Stuff, diesmal mit Gothic/EBM im zweiten Raum.

Hatte ich beim letzten Mal noch gedacht, es war gut, keinen Eintritt gezahlt zu haben, so hat es sich dieses Mal echt gelohnt. Die Musik war absolut top, ich hab viel getanzt. Wenn ich mich zwischen Veitstanz und Friday Hard Stuff entscheiden müsste, würde die Wahl zwar fast immer auf Veitstanz fallen, aber FHS ist eine wirklich nette Veranstaltung, um hin und wieder dort zu sein.

Gegen Viertel vor 2 endete dann der Abend doch. Während der Biertige Glück hatte, direkt eine Bahn zu erwischen, ist mir auf dem ganzen Heimweg keine Begegnet, die in meine Richtung fuhr, also ging ich rund eine Stunde zu Fuß. Nicht tragisch, ich war trotz allem recht fit, aber ich sollte mich doch mal damit auseinander setzen, wie ich nachts wo weg komme 😉

Alina