Stand der Dinge

Hinweis: Dieser Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr meinen aktuellen Ansichten.

(Veraltet weil viel Halbwissen. Bessere Quelle zum Informieren ist meine Seite über meine Hormontherapie.)

Viel hat sich getan in den letzten Monaten. Allen voran habe ich jetzt einen Therapieplatz. Warum einen Therapieplatz? Nunja…

Für viele Dinge, die ich mir wünsche, zum Beispiel und vor allem die Personenstandsänderung (also die Änderung des Geschlechts für bürokratische Belange), benötige ich psychologische Gutachten. Zwei davon, um genau zu sein, von unabhängigen Gutachtern ausgestellt. Auch für eine von der Krankenkasse bezahlte Hormontherapie muss ich mich in psychologischer Behandlung befinden und der Gutachter der Meinung sein, dass es jetzt sinnvoll ist, mit der Hormonbehandlung zu beginnen.

Da diese psychologische Betreuung aber nicht ganz leicht zu verarbeiten sei, wurde mir von verschiedenen Quellen dazu geraten, ich solle lieber bereits im Voraus einen Therapieplatz sicher haben, damit ich bei Bedarf eine Stütze habe. Und selbst, wenn mich die psychologische Behandlung noch nicht fertig genug macht – durch die Hormonbehandlung, die ich mir ja wünsche, werde ich eine zweite Pubertät durchmachen. Man stelle sich vor, eine junge Frau in ihren Mittzwanzigern beginnt plötzlich wie eine 13jährige rumzuzicken. Dass damit das Umfeld nicht mehr so gelassen umgeht, wie bei einer Halbstarken, ist vorprogrammiert, schließlich werden nur Leute, mit denen ich regelmäßig zu tun habe oder aus anderen Gründen zu meinen guten Bekannten oder Freunden zähle, wissen, dass meine Stimmung an den Hormonen liegt. Das wird Reibereien geben, die ich jedoch nicht wie in der ersten Pubertät einfach aussitzen kann – in meinem Alter verlangt man von mir, dass ich trotzdem funktioniere, weiter studiere, meinen „Pflichten“ nachkomme. Um mich bei diesen Schwierigkeiten zu unterstützen, habe ich jetzt also die Therapie begonnen und werde jetzt, wenn ich mal den Kopf von Unikram frei hab, um die Gutachter kümmern.

Die Gutachter… in Karlsruhe gibt es meines Wissens nach drei, von einem wurde mir bereits vehement abgeraten. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist auch von den übrigen beiden nur der eine so wirklich zu empfehlen. Was heißt das für mich? Ich werde zeitnah rausfinden müssen, wie oft ich die Psychologen eigentlich sehen muss. Wenn ich sie nur alle 2 Wochen oder gar nur einmal im Monat besuchen muss, könnte ich auch außerhalb von Karlsruhe, beispielsweise im Raum Pforzheim oder gar Stuttgart, nach Psychologen suchen – und im Raum Stuttgart könnte ich mir von Jeanette, die übrigens einen wunderbaren Blog führt, sicher Beratung einholen 😉

Und wenn ich die Gutachter gefunden habe? Tja. Dann heißt es erstmal abwarten. Irgendwann kann ich hoffentlich beantragen, dass die Krankenkasse die Kosten zum Bart-Entfernen übernimmt (übrigens gibts da dann auch noch verschiedene Arten, wie man den epilieren kann; auch da brauche ich dann noch Beratung, wenn es soweit ist), später auch Hormone. Und dann, wenn ich die endgültigen Gutachten hab, kann  ich meinen Personenstand ändern lassen (meinen Namen ginge sogar vorher, aber es ist durchaus üblich, das zusammen zu legen. Außerdem klingt Herr Alina …. einfach nur doof, ich weiß nicht, ob ich das will) und auch eine Geschlechtsangleichende Operation durchführen lassen, wenn ich es will. Ob ich es wollen werde, steht allerdings in den Sternen.

Soweit zum Stand der Dinge. Wo ich stehe, weiß ich sicher, ob ich den zukünftigen Weg korrekt begriffen habe, möchte ich aber nicht garantieren. Kann sein, dass da Details nicht stimmen. Wenn das jemanden auffällt, würde ich mich über eine Korrektur sehr freuen.

Eine weitere Sache gab es aber doch noch in den letzten Wochen: Ich habe zum ersten Mal meinen zweiten Geburtstag feiern dürfen: Am 30.1. war es soweit, ich lebte seit genau einem Jahr nur noch und ausschließlich als Alina. Irgendwie fühlt es sich schon so viel länger an. Ich will nicht behaupten, dass die Erinnerungen an mein altes Ich verblassen, aber sie fühlen sich ein wenig… surreal an. Ich weiß, wie ich einst gelebt hab, aber es fühlt sich gedanklich einfach schon unglaublich weit weg an, nicht, als sei es erst ein Jahr her.

Alina

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