Doch mal nachgefragt

Kaum blogge ich drüber, dass noch nie auch nur nachgefragt wurde, warum auf meinen Bahntickets ein männlicher Name steht, ändert sich das natürlich prompt.

Heute, im ICE von Wien in Richtung Heimat, ist zum ersten Mal einer Kontrolleurin aufgefallen, dass der Name auf dem Ticket nicht besonders gut passt. Sie fragte daher nach, ob das überhaupt mein Ticket sei, was ich bejahte. Auf den Hinweis, dass dort aber doch ein männlicher Name stünde, es auf einen Herrn ausgestellt war, antwortete ich wahrheitsgemäß, dass ich transsexuell sei und es sich um meinen „alten“ Namen handle. Damit war die Sache im Wesentlichen gegessen. Die Kontrolleurin entschuldigte sich sogar bei mir, wozu ich ihr nur sagen konnte, dass ich’s als Kompliment genommen hat – letztlich zeigt es doch nur, dass sie selbst obwohl sie gesehen hat, dass ich einen männlichen Namen trug, nicht gemerkt hat, dass ich transsexuell bin. Das ist ja wohl eigentlich ein Grund sich zu freuen 😉

Ein Gedanke zu „Doch mal nachgefragt

  1. Ja, ich hab heute etwas ähnliches erlebt.
    Ich hatte heute einen Termin beim Arbeitsamt, bei einer neuen Sachbearbeiterin. Die Frau hatte alle meine Daten vor sich auf dem Bildschirm und nach der Begrüssung und ein bißchen Smalltalk, fragt sie mich wortwörtlich „Was haben sich ihre Eltern denn bei ihrem Vornamen gedacht? Das ist ja ein männlicher Vorname.“
    Ich hab ihr dann erklärt, daß ich transsexuell bin und sie sagte, daß sie das nicht realisiert hat. Sie hatte in den letzten Jahren beruflich mit 3 Transsexuellen zu tun, aber bei mir hat sie nichts gemerkt, nicht mal mein noch gültiger Vorname hat sie darauf schließen lassen.
    Das hat mich echt überrascht, daß man mich fragt, warum ich als Frau einen männlichen Vornamen habe. Wenn andere nicht mal im entfernsten daran denken, daß man transsexuell sein könnte, dann ist man echt verblüfft.

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