Alina im Freibad

Gestern bin ich zum ersten Mal als Frau im Freibad baden gegangen. Warum ich mich letztlich, dem Thermen-Problem zum Trotz, getraut hab?

Vorgestern war ich in der Innenstadt auf Schuhsuche. Leider hatte ich mit meinen großen Füßen kein Glück, schicke 43er gab’s nur in überteuert. Dafür hatte ich anderes Glück: Im ersten Kleidungsladen, den ich betrat, fand ich einen passenden Badeanzug, der mir gut gefiel und obenrum geschlossen genug war und genügend Stabilität bot, dass ich ihn tatsächlich mit meinen Brüsten (die weder echt noch angeklebt, sondern nur eingelegt sind) tragen möchte.

Für die Problemzone weiter unten hatte ich schön eine Woche oder zwei länger eine Lösung: Ich hatte auf eBay einen Bikini bestellt, bei dem neben Unter- und Oberteil zusätzlich ein Rock aus Badebekleidungsstoff dabei war. Dieser sah auch zum Badeanzug super aus, Bikini würde ich derzeit noch nicht zu tragen wagen.

Das zweite Problem waren ja Gruppenduschen, aber im Freibad gibt es ja auch Freiluft-Duschen, die kaum jemand nackt benutzen würde. Für mich also optimal. Wobei ich von einer Brieffreundin schon den Tipp bekommen habe, im Hallenbad es einfach zu wagen, bei den Frauen zu duschen – aber im Badeanzug. Sie macht es wohl immer so und hatte damit noch nie Probleme.

Ausprobieren werde ich es wohl nächsten Monat in Bremen, wenn ich zum Forentreffen da bin, denn es ist ein Schwimmnachmittag in Planung, bei dem ich wahrscheinlich mitmachen werde.

Alina

5 Gedanken zu „Alina im Freibad

  1. Das freut mich total, dass du auch diesen Bereich für dich „erobert“ hast 🙂 Schwimmen ist voll großartig. Und in Bremen hoffe ich sehr, dass du mit zum Schwimmen kommst, und sowohl im Schwimmbad als auch im JuBZ die Frauendusche eroberst 🙂

  2. Beim Lesen dieser Zeilen stellt sich mir mal wieder die Frage, warum es überhaupt noch getrennte Duschen für Frauen und Männer gibt – Letztendlich ist das Riesenschild, das Verfechter der alten Ordnung hochhalten, die Angst vor ( vor allem ) männlichem Voyeurismus. Dabei leben wir doch in einer Welt, die immer offener für sexuellen Individualismus wird; Empirische Forschungen legen nahe, dass 7,2 % aller Männer bi- und / oder homosexuell sind, es aber trotzdem anscheinend für die meisten kein Problem darstellt, mit diesen zusammen öffentliche Duschen zu besuchen. Da läuft doch irgendetwas schief.

  3. Hallo Alina, durch deinen Kommentar in meinem Blog hab ich hier her gefunden. Seit einem Jahr etwa traue ich mich auch ins öffentliche kalte Nass. Ich hab zwar nicht das Problem meine Oberweite könnte wegschwimmen *G* aber die Beule sieht man nunmal fast immer. Wenn Frau aus dem Wasser kommt, klebt alles hauteng am Körper. Da hilft nur schnell den Stoff auszuschütteln und damit die Beule zu kaschieren.
    Anfangs hab ich es mit einem Tanktop und einer unauffälligen Hotpants versucht. Das ging ganz gut. Inzwischen bin ich bei Triangel-BH und einer Badeshorts. Diese sind in den letzten Jahren IN geworden, vor allem bei Frauen die nicht so figurbetont auftreten wollen. Das kam mir zu gute.
    Aber das wichtigste egal bei welcher Badebekleidung ist immer, zu sich zu stehen, aufrecht zu gehen und es als Selbstverständlichkeit zu betrachten dass auch du schwimmen gehen willst. Sich zu verstecken, komische Gesten zu machen oder sich sonst wie Auffällig zu benehmen zieht die Blicke auf einen und dann fällt man immer auf, egal wie gut die Tarnung ist.

  4. Hallo Jeanette!

    Danke für deinen Kommentar! 🙂
    Meine Lösung ist mittlerweile, dass ich vor einer Weile einen Bikini gefunden habe, der als zusätzliches Teil einen Rock aus dem selben Material wie normale Badebekleidung dabei hatte. Zwar habe ich keine Bikinifigur und trage daher im Wasser lieber einen Badeanzug, aber auch mit dem lässt sich der Rock super kombinieren und da er dazu gedacht ist, auch im Wasser getragen zu werden, kaschiert er unauffällig die Problemzone 🙂
    Und was die Oberweite angeht, werde ich wohl, dem Tipp einer anderen Transfrau folgend, Taschen in den Badeanzug einnähen. Das verhindert dann ein wegschwimmen 😉

  5. Finde das ein super Statement. Bin eine geborene Frau mit Schuhgröße 41/42 und kenne das Problem mit den Schuhen absolut perfekt. Da will man was schönes Feminines und bekommt nur Dinge, die aussehen wie aus dem Gesundheitsladen.
    Und Schwimmröcke sind der allergrößte Hit, wenn man breite Hüften und Cellulitis hat. *zwinker* Damit stehst du also nicht alleine im Bad!

    Und ich für meinen Teil hätte kein Problem damit die Duschen mit einer Transsexuellen zu teilen. Wieso auch – ich gehe ja auch mit Lesben duschen und die wollen vlt sogar was von mir. Die Transsexuelle vermutlich nicht! *g*
    Wollte ich nur mal kurz dagelassen haben.

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