Warum es plötzlich Namen gibt

Obwohl eigentlich noch zwei Artikel über meinen Wien-Urlaub in Planung sind, schiebe ich jetzt einen anderen Artikel zwischen.

Ich habe in einem meiner letzten Artikel zum ersten Mal Namen von meinen Freunden, mit deren Einverständnis veröffentlicht. Sicher fragen sich einige, woher der Sinneswandel kommt bzw. warten bereits auf meinen angekündigten Artikel, der diese Frage beantwortet. Diesen Artikel.

In Wahrheit habe ich keine neuen Gründe, die Namen zu nennen, allerdings habe ich mittlerweile keine Gründe mehr, es nicht zu tun. Allgemein finde ich es schöner, Namen zu nennen. Es wirkt plastischer, nachvollziehbarer, wie ich finde. Bisher hatte ich jedoch Gründe, oder glaubte, sie zu haben, die Namen nicht zu nennen. Ich hatte Angst, jemand könnte anhand der Namen erraten, wer ich bin. Es gab viele Leute die nichts von meinem Leben als Alina wussten und wissen sollten, da ich Angst hatte, deshalb auf Ablehnung zu stoßen. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich a) denke, dass ich Ablehnung, so sie denn tatsächlich auftaucht, verkraften könnte und mich von Personen, die mich als Alina nicht mehr leiden können, abwenden könnte und ich b) dadurch auch etwas meine Paranoia zurückfahren konnte. Schließlich wird jemand, der mit Transsexuellen oder Transgender im Allgemeinen nichts zu tun haben will, kaum über meinen Blog stolpern.

Deshalb habe ich mich entschieden, nicht mehr pauschal alle Namen zu „zensieren“, sondern die genannten Personen entscheiden zu lassen, unter welchem Namen sie in Zukunft im Blog auftauchen wollen.

Damit endet dieser Blogpost auch fast schon wieder. Nur kurz nebenher möchte ich aber erwähnen, dass mittlerweile der gesamte relevante Teil meiner Familie davon weiß, dass ich jetzt als Alina lebe. Den meisten hab ich das nicht selbst gesagt, sondern diese Aufgabe dankbar an meine Mutter abgegeben, die meine Familie einfach besser kennt als ich. Die Reaktionen waren aber wohl auch durchweg ein „Ja, gut. Jeder, wie er oder sie meint. Ist ja nichts schlimmes.“ Ich hab verdammtes Glück damit, welchen Leuten ich in meinem Leben begegnet bin.

Alina

Namen – Alle Klarheiten beseitigt?

Hinweis: Dieser Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr meinen aktuellen Ansichten.

Wie ich bereits in meinem letzten Artikel geschrieben habe, fällt es immer noch vielen Freunden und Bekannten von mir schwer, zu beurteilen, ob ich nun mit meinem männlichen Namen oder mit Alina angesprochen werden möchte. Die Faustregel („Nennt mich so, wie es gerade zu meinem aussehen passt“), greift längst nicht immer. Einleitend hilft wohl die Kenntnis der Einträge „Von meinen Namen“ und vielleicht auch „Sind Namen Schal und Rauch?“.

Wie angedeutet ist bisher die von mir aufgestellte Faustregel: „Wenn man sieht, wie ich gerade gekleidet bin, sollte man daraus ableiten, wie ich genannt werden will. Wenn nicht, dann sind beide Namen okay“. Tun wir so, als wäre diese Regel weiterhin gültig, da ich noch nicht sicher bin, ob sie möglicherweise bald an Gültigkeit verliert.

Leider ermöglicht es diese Regel aber nicht, Rückschlüsse darüber zu ziehen, wie ich genannt werden will, wenn man von vergangenen Ereignissen erzählt. Wenn ich gerade Alina bin, letztes Jahr beim Pokern als Mann gewonnen habe, sollte man mich dann mir männlichem Namen nennen, wenn man über meinen Sieg redet, oder wäre Alina besser? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Bisher denke ich, in Situationen wie der geschilderten, in der das Geschlecht, dass ich damals hatte, für die Geschichte unerheblich ist, ist es eigentlich egal. Wenn ich beim Gespräch dabei bin und ersichtlich ist, wie ich nach der Faustregel aktuell angesprochen werden möchte, würde ich jenen Namen jedoch auch für die Geschichte bevorzugen, denke ich. Spielt in der Geschichte mein Geschlecht eine Rolle, so sollte der entsprechende Name verwendet werden.

Eine gute Freundin, welche erst seit Kurzem von meiner Alina-Seite weiß, schrieb mir vor Kurzem eine E-Mail und war in dieser unsicher, wie sie mich begrüßen soll: Mit beiden Namen oder nur mit einem? Und wenn nur mit einem, dann mit welchem? Allgemein gilt auch hier die Faustregel: Wer mich nicht sieht und daher nicht beurteilen kann, wer ich gerade bin, darf ohne Bedenken einen beliebigen oder auch beide Namen nutzen.

Ich wurde des Weiteren in den Kommentaren meines letzten Eintrags von Vilja gefragt, warum ich überhaupt noch meinen Geburtsnamen nutze. Die Antwort ist, dass ich bisher immer noch auch Zeit als Mann verbringe und es sich dann seltsam anfühlt, mit Alina angesprochen zu werden, genauso wie umgekehrt auch. Dies könnte sich möglicherweise demnächst ändern, aber dazu in einem späteren Eintrag mehr.

Außerdem wurde ich mittlerweile mehrmals gefragt, warum ich meinen männlichen Namen hier noch genannt habe. Darauf möchte ich allerdings in einem anderen Eintrag eingehen.

Alina

R[h]einschwarz, die Erste

Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber letzten Samstag war ich mit einer guten Freundin endlich wieder im Culteum.  Diesmal nicht zum Veitstanz, sondern zum so genannten R[h]einschwarz. Vorher waren wir gemeinsam Werwölfe von Düsterwald spielen. Wer das Spiel nicht kennt, sollte es sich unbedingt mal ansehen!

Dass das Culteum klasse ist, brauche ich, denk ich mal, nicht wiederholen. Musikalisch hat mir das R[h]einschwarz sehr zugesagt und mich doch ziemlich an die Goth-Nights im Ela Ela in Schleswig erinnert. Was mich dran erinnert, dass ich es unbedingt irgendwann einrichten sollte, dass ich dazu passend im Norden bin… Mal sehen, wann das was wird.

Außer meiner guten Freundin waren noch zwei weitere Bekannte von ihr mit. Vom dem einen hab ich aber nicht viel mitbekommen, da er den Großteil der Zeit an der Bar war. Mit der anderen habe ich mich aber in einer Tanz-Pause gut unterhalten.

Irgendwann um 2:00 oder so machten wir dann Feierabend. Meine Freundin rief ihren Freund an, dass sie sich auf den Heimweg machte und bat ihn noch gefüllte Paprika zu machen, ich wurde zum Essen eingeladen, fuhr also noch mit zu den Beiden. Die Paprika war genialst und ich hab jetzt ein schlechtes Gewissen, da ich jetzt zum dritten Mal auf ihre Kosten gegessen hab, aber selbst noch nicht die Gelegenheit hatte, die Beiden zu bekochen. Naja, ich werd’s nachholen.

Nach dem Essen führ ich dann um kurz nach 4:00 mit einer Bahn und dürfte gegen 5:40 zu Hause gewesen sein. Mein Heimweg führte mich am Culteum vorbei, aus dem noch immer vereinzelt Leute kamen.

Zu Hause angekommen viel ich dann einfach ins Bett 😉

Zum Abschluss dieses Beitrags ein wenig Foreshadowing: Ich will in Kürze noch einmal über meine Namen und vor Allem den Umgang mit diesen Bloggen, da immer wieder Fragen auftauchen. Solltet einer meiner lieben Leser diesbezüglich noch Fragen haben: Jetzt ist der Zeitpunkt sie zu stellen 😉

Alina

Ein toller Chatschnipsel

Gestern Abend, oder besser gesagt: Gestern Nacht schrieb ich noch ein wenig im Chat mit der Gewandeten. Dabei kam es gegen Ende zu folgender Konversation:

Sie: Wärst du eigentlich gerade mit alina oder mit xxxxxxx anzusprechen?
Oder ist das egal

Ich: online ist es prinzipell egal, da man mich dann ja nicht sehen kann. kann da ja nicht verlangen, dass man errät, als wer ich gerade auftrete *g* aber ich bin gerade alina, wenn du das wissen wolltest 😉

Sie: letzteres.
Gute Nacht, Alina. Ich muss leider morgen früh raus und gestern wurde viel zu spät

Ich hätte vor Freude beinah geweint. Ich weiß, dass ich in meinem gesamten Freundeskreis als Alina akzeptiert bin, dennoch ist so etwas für mich wirklich berührend, denn es zeigt mir, wie wichtig es nicht nur mir, sondern auch anderen Leuten ist, dass ich mich wohl fühle.

Alina

Sind Namen Schal und Rauch?

Hinweis: Dieser Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr meinen aktuellen Ansichten.

So, auf die letzten paar Minuten des Tages endlich der heutige Eintrag für den Adventskalender. Thema sind mal wieder meine Namen.

Ein guter Bekannter, vor dem ich mich vor ein paar Tage geoutet habe, merkte an, dass er gern versuchen würde, zwischen meinen Namen hin und her zu wechseln, er finde aber generell solche Wechsel seltsam, auch bei Nicknames, also Online-Spitznamen. Das hat mich noch einmal zum Nachdenken, warum mir der „korrekte“ Name wichtig ist, gebracht.

Tatsache ist: Meine Lerngruppe hat den Nameswechsel größtenteils noch nicht drauf. Ich habe vor einiger Zeit mal den Link zu meinem alten Post zum Thema Namen  rumgegeben, denke auch, dass sie ihn gelesen haben, aber dran gewöhnt haben sie sich noch nicht. Tatsache ist auch: Es stört mich nur selten und in der Öffentlichkeit mehr als im kleinen Kreis.

Ich denke, dass dies mit einer anderen Erkenntnis zu tun hat, die ich schon vor einer Weile hatte: Von Fremden möchte ich gern als Frau gesehen werden, wenn ich als Alina unterwegs bin, ich möchte bewusst in einer anderen Schublade laden. Von Freunden und guten Bekannten erwarte ich aber, dass sie mich gar nicht erst in Schubladen einordnen. Mit diesen Schubladen gehen auch die Namen einher. Mich in Gesellschaft von Fremden und flüchtigen Bekannten mit „Alina“ anzusprechen (bzw. wenn ich mich so vorstelle) setzt ein Zeichen: „Hey, diese Person ist zwar biologisch ein Mann, möchte aber als Frau anerkannt werden“. Wird mein männlicher Name verwendet kommt dieses Signal nicht, im Gegenteil: Das Signal ist eher, ich hätte einfach nur einen ungewöhnlichen Stil.

Anders gesagt: In der Öffentlichkeit empfinde ich meinen männlichen Namen tatsächlich als störend, wenn ich gerade Alina bin. Im kleinen Kreis würde ich auch Alina bevorzugen, weil ich mich dann anerkannter fühle, aber empfinde es kaum als negativ, wenn mein männlicher Name verwendet wird. Höchstens schade, aber nicht schlimm.

Warum ich überhaupt zwei Namen brauche und mir damit ein kompliziertes hin- und herwechseln wünsche, ist wohl einfach Druck der Gesellschaft: Wer keinen weiblichen Namen hat, ist keine Frau. Dieses Grundprinzip ist einfach in meinem Kopf, wie in den Köpfen von vielen anderen Leuten auch, verwurzelt. Warum ich dann nicht einen geschlechtsneutralen Namen gewählt habe und ihn immer verwende liegt wohl an der Zeit, in der ich mir den Namen gegeben habe, denn damals wollte ich noch eine Trennung zwischen der Frau und dem Mann in mir. Mittlerweile mag ich jedoch auf keinen der Namen mehr verzichten und mal ehrlich: Wenn ich mich plötzlich, egal wie ich unterwegs bin, Alex oder Rene(e)  oder so nennen würde, dann würde es das für Leute, die meinen alten männlichen Namen kannten, auch nicht leichter machen. Und für Leute, denen ich neu begegne, dürfte es auch nicht schwerer fallen, beide Namen zu lernen, als wenn ich einen Doppelnamen hätte. Denke ich…

Wie dem auch sei, jetzt bin ich doch schon zu spät dran. Mist. Ich hoffe, der Endspurt des Adventskalenders wird besser laufen 😉

Alina

P.S.: Ich habe die Uhrzeit dieses Eintrag mal ein wenig zurück gedreht, damit der Eintrag wieder am zugehörigen Tag erscheint und als Entschädigung, dass ich so spät dran bin, den nächsten Eintrag auch gleich veröffentlicht. 😉

Von meinen Namen

Hinweis: Dieser Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr meinen aktuellen Ansichten.

Ich werde in letzter Zeit oft gefragt, wie ich denn nun genannt werden will: Ob bei meinem männlichen Namen oder eben Alina. (Auch wenn das hier jetzt gerade nicht reinpasst: EICHHÖRNCHEN!!! Direkt vor meinem Fenster! Voll niedlich! xD) Ich hab mal versucht, eine Faustregel dafür aufzustellen: Wenn man mich nicht sieht, man also z.B. mit mir chattet, hat man eigentlich freie Wahl zwischen Nickname, männlichen Namen und Alina, wobei letzterer etwas ungewohnt ist. Wenn man mich sieht, dann bevorzuge ich den Namen, der zu dem Geschlecht passt, dass ich gerade darstelle; bin ich also als Frau unterwegs, möchte ich Alina genannt werden, bin ich als Mann unterwegs, dann nicht. Mein Nickname darf in beiden Situationen verwendet werden, da er geschlechtsneutral ist, auch wenn ich ihn vor Fremden teils als etwas unangenehm empfinde. Ich bin ihn eigentlich nur von Forentreffen gewöhnt, im Alltag mit ihm Angesprochen zu werden ist (noch?) etwas seltsam. Falsch ist der Nickname aber nie. (Die Gewandete macht sich diesen Vorteil übrigens zu nutze und nennt mich fast nur beim Nickname, was eine ziemlich bequeme und für uns beide akzeptable Lösung ist 😉 ) Gut, für eine Faustregel ist das vielleicht etwas viel Text, daher nochmal zusammengefasst: – Wenn man mich nicht sieht ist es egal, welcher Name benutzt wird – Wenn man mich sieht, sollte der Name passend zum Geschlecht oder mein Nickname gewählt werden – Den Nickname möglichst wenig im Reallife verwenden, ich bevorzuge dann echte Namen Nachtrag: Ich habe soeben eine neue Seite in diesem Blog erstellt, die den Titel „Begriffe“ trägt und erklärt, wie ich solche Begriffe wie zum Beispiel „Transidentität“ definiere. Ich denke ein Blick auf die Seite kann sich lohnen, da ich wahrscheinlich einige Begriffe etwas anders definiere, als es die meisten anderen täten.